Jean Fertig
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Aus der Asche zur Phönix

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Gegen Anfang des Jahres widmete sich mein Angelkollege Sebastian dem, was er neben dem Angeln am liebsten hat – dem Bier. In einer örtlichen Kneipe kam er mit einem anderen Vereinskollegen ins Gespräch, der kaum noch aktiv angelt. Letztendlich kam er darauf, dass wir doch nicht bei dem eiskalten Wetter mit dem Bellyboot fahren müssten, er hätte am Main noch einen alten Stahlkahn liegen, den er uns schenken könne. Auch den Motor könnten wir haben.
Natürlich sagte Sebastian da nicht nein, obwohl er den Zustand des Bootes kannte. Der Vereinskollege wollte nicht einmal einen Kasten Bier, als universelles Zahlungsmittel in Franken bekannt, bekam aber von uns zugesichert nach der gründlichen Renovierung des Bootes gerne jederzeit damit fahren zu können.

Nachdem wir den gröbsten Dreck aus dem Boot entfernt hatten, machten wir mit dem frisch aus der Wartung gekommenen Motor ein kleine Probefahrt. Abgesehen von der etwas ungünstigen Gewichtsverteilung (Ich musste auf dem Bug als Ausgleichsgewicht sitzen) gab es nichts zu beanstanden.

Vor dem Säubern...

Vor dem Säubern…

...Und danach.

…Und danach.

 

Jedes Mal nach dem Schleifen sah man aus, als käme man aus dem Kohlenkeller...

Jedes Mal nach dem Schleifen sah man aus, als käme man aus dem Kohlenkeller…

Nachdem Sebastian den Kahn dann mittels Familienmitgliedern, Freunden, Hunden und Katzen (Das Boot ist massiv Stahl…) zu sich nach Hause in den Hof gestellt hatte begannen wir mit den Arbeiten.
Mangels der Möglichkeit zu Sandstrahlen versuchten wir zuerst unser Glück mit dem Drahtbürstenaufsatz für die Flex. Die grüne Farbe löste sich damit zwar, die Rote darunter machte allerdings keine Anstalten sich auch nur ansatzweise zu entfernen. Wir mussten also mit der Fächerschleifscheibe in möglichst grober Körnung ran, was einen erheblichen Mehraufwand in Sachen Arbeit und Schmutz bedeutete.

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Rostumwandler und Grundierung

Rostumwandler und Grundierung

Schlussendlich war aber auch dieser Renovierungsabschnitt erledigt. Ein sehr kleines Loch am Rumpf wurde von Sebastians Vater fachmännisch verschweißt, die Luftkammern an Bug und Heck befreiten wir komplett von Wasser und Schmutz.

Nach dem Anstrich mit Rostumwandler folgte der Anti-Fouling- Anstrich.

Dank einem Bekannten von Uwe erhielten wir sämtliche Farben umsonst und wir konnten uns die Farbwahl ersparen. Innen Grau, außen über das Antifouling schwarz. Nachdem das Boot mittlerweile schon recht ansehnlich aussah widmete ich mich den Verzierungen, die ich am Rechner zeichnete, freistellte, dann mittels Beamer auf die Bootswände warf und lediglich mit weißer Farbe abzeichnete.

Der coolste Zielfisch ist natürlich am Besten gelungen! ;)

Der coolste Zielfisch ist natürlich am Besten gelungen! 😉

Wir wollten zum Einen unsere Zielfische an Board haben, wenn mal nichts beißen sollte, und uns zum Anderen auch ein wenig von anderen Booten abheben. Ich denke das ist uns durchaus gelungen.

 

 

 

 

Nach dem Streichen war lediglich die Namensgebung ein Problem. Wir wollten eigentlich etwas lustig wie z.b.: „Arbeit“.
Dann hätten wir bei jedem Anruf sagen können: „Sorry, hab keine Zeit, bin grad auf der Arbeit!“ und es wäre nicht mal gelogen gewesen.
Schlussendlich entschieden wir uns aber für Phönix, denn schließlich war sie aus der Asche auferstanden, wenn man die Rostlaube vorher mit ihrem jetzigen Zustand vergleicht.

Sebastian baute noch einen schicken, herausnehmbaren Holzboden, um erstens weniger Lärm auf dem Wasser zu erzeugen, und zweitens damit im Sommer verbrannten Körperteilen aus dem Weg zu gehen. Denn schwarzes Eisen wird im Sommer ganz schön warm.

Die erste Testfahrt ist vorüber und wir können zufrieden sagen: Die Mühe hat sich gelohnt!

 

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