Jean Fertig
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Test: Balzer Owner Haken im Test

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Um direkt mit dem Ergebnis des Tests einzusteigen: Was schreibt man über ein Produkt, das genau das tut, was es soll?

Auf einem Printmedium sollten solche Fehler nicht passieren.

Auf einem Printmedium sollten solche Fehler nicht passieren.

Der volle Umfang des Testpakets, inklusive Geschenkbüchel.

Der volle Umfang des Testpakets, inklusive Geschenkbüchel.

Die Einzelpackungen sorgen für viel losen Abfall.

Die Einzelpackungen sorgen für viel losen Abfall.

Aber da, abgesehen von Tarantino-Verfilmungen, die wenigsten Geschichten mit dem Schluss beginnen möchte auch ich am Anfang anfangen. Anfang April wurde im Anglerboard ein Hakentest ausgeschrieben. Neben fertigen Karpfenrigs und Raubfischaken gab es hier auch gebundene Vorfächer, z.b. zum Feedern zu „gewinnen“. Zeitlich besser hätte dieser Test nicht kommen können, da ich leider mit den früher sehr wertigen Gamakatsu Vorfachhaken einige Probleme hatte. Nachzulesen unter Anderem hier.
Nach einer kurzen Bewerbung auf die Haken erhielt ich bald eine Mail, dass auch ich einer der Hakentester wäre. Rund eine Woche nach der „Gewinnerbekanntgabe“ erhielt ich dann ein Kuvert mit den von mir gewünschten Haken. Mein anfänglicher Unmut über die Falschlieferung eines Päckchens wich aber nach dem Nachzählen der Hakenbüchel schnell Freude, hatte ich doch schließlich ein Päckchen umsonst erhalten. Nun kann ich zwar mit Forellenhaken absolut nichts anfangen, aber ein Vorfach ist ja schnell gekürzt.
Was mir als erstes auffiel, war zum ersten ein Rechtschreibfehler auf den Bücheln, als auch die unkonventionelle Funktionsweise des Päckchens. Während bei den meisten anderen Herstellern die Haken einzeln in Plastikabschnitten verpackt sind, die fest im Büchel sitzen, sind diese Plastikverpackungen bei den Ownerhaken herausnehmbar. Auch ist die „Gesamtverpackung“ an den Seiten verschweißt, sodass diese nur von oben mittels einer Klebelasche zu öffnen ist. Der große Vorteil davon: Auch nach dem 10x Öffnen schließt diese Lasche zuverlässig, im Gegensatz zu den sonst üblichen Pappeschiebern. Auch ist der vorderste Haken der Packung nicht wie üblich über 2 Ösen eines Pappstücks gewickelt. Diese ersten Haken kann man bei den meisten Herstellern direkt wegwerfen, weil die Schnur schon Knicke hat. nicht so bei den Ownern. Der rießige Nachteil des Verpackungsdesigns: Nach dem Angeln hat man überall die einzelnen Plastikhüllen der Haken herumfliegen. Des Öfteren geht dabei auch die ein oder andere verloren, was am Ufer trotz der geringen Menge nicht unbedingt sein muss.
Hier besteht meiner Meinung nach eindeutig Nachbesserungsbedarf. Eventuell statt Plastikhüllen Trennpapier zwischen den einzelnen Haken nutzen?

Der typische Feederfisch. K3 Satzkarpfen

Der typische Feederfisch. K3 Satzkarpfen

Aber auch die schönste und beste Verpackung bringt nichts, wenn das Produkt nicht zu überzeugen weiß. Die Vorfachhaken von Owner schaffen das aber problemlos. Seit es im Main mehr Grundeln gibt, als ganz Asien im Jahr an Haken produziert, ist für mich besonders eine gute Langlebigkeit wichtig. Das heißt eine robuste Wicklung und Knotenfestigkeit, eine langanhaltende Schärfe und eine gute Abriebfestigkeit der Schnur. Denn auch der schönste Haken hat sein Ziel verfehlt, wenn er nach 2 Minuten und 10 Grundeln unbrauchbar ist und man dann unter Umständen den eigentlichen Zielfisch nicht haken kann oder gar verliert.
Sollte jemand das Glück haben und Grundeln noch nicht kennen: Diese Biester haben kleine Raspelzähnchen vorne im Maul, und Schlucken den Haken bevor man es bemerkt. Dementsprechend muss der Haken viel Reibung auf der Schnur und den ein oder anderen Zangenkontakt aushalten. Und das funktionierte hervorragend. Trotz etlicher gefangener Grundeln blieb der Haken blitzscharf und das Vorfach unbeschädigt. Lediglich beim Hakenlösen via Zange machen die gebundenen haken schlapp, wenn man mit der Zange auf die Wicklung drückt. Dies ist aber selbstverständlich und auch ein nicht lösbares Problem. Vorsichtig agieren lautet hier die Devise.
Schön zu sehen ist auch die sinnvolle Abstimmung der einzelnen Hakenkomponenten aufeinander. Sind die Karpfenhaken in Größe 8 an 0,25er Mono gebunden, so ist es bei den 8er Brassenhaken nur eine 0.18er. Schnur eben exakt richtig auf den Zielfisch und die Hakengröße abgestimmt. Die Vorfachlänge der von mir getesteten Karpfen und Brassenhaken in Größe 8 liegt bei 70cm. Normalerweise kürze ich meine Vorfächer immer auf rund 30cm Länge, es gibt aber auch Situationen in denen doppelt so lange vorfächer nötig sind, beispielsweise wenn die Fische misstrauisch sind. Dementsprechend ist eine große Vorfachlänge wichtig. Denn gekürzt ist ein Vorfach schnell aber länger machen wird schwierig.

Trotz der x-ten dicken Grundel bleiben die Owner lange scharf und sicher

Trotz der x-ten dicken Grundel bleiben die Owner lange scharf und sicher.

Nicht erwartet, aber willkommen. Uwes 85er Hecht auf Tauwurm

Nicht erwartet, aber willkommen. Uwes 85er Hecht auf Tauwurm

Die eigentlichen Zielfische, namentlich Karpfen, Brassen und Barben waren an der Feederrute hervorragend zu bändigen. Sowohl 10-pfündige Strömungskarpfen wie auch behäbige Stillwasserkarpfen konnten erfolgreich gelandet werden, ohne auch nur einen Gedanken an die Haltbarkeit der Haken
zu verschwenden. Wie bereits erwähnt bleibt der Haken auch nach dem x-ten Fisch scharf und fängig. Es gab Nachmittage mit über 30 Brassen, die ich mit einem einzigen Päckchen bestreiten konnte. Während der Testphase riss mir nicht ein einziger Haken im Drill, egal, wie beansprucht dieser schon vorher war. Erfahrungen, die ich leider von Konkurrenzprodukten nur zu gut kenne. Mein Angelpartner und „Ersatzpapa“ Uwe konnte sogar einen Hecht Beifang sicher landen. Dieser war aber perfekt gehakt, sodass es trotz des harten Drills an der Heavy Feeder zu keinerlei Kontakt von Schnur und Hechtzähnen kam. Dennoch eine echte Belastungsprobe für den 8er Karpfenhaken.

Mit Preisen von 3 – 4 € pro Päckchen langt die Firma Balzer als Vertrieb der Owner Vorfachhaken gut zu. Selbstverständlich kann man auch ein billiges Konkurrenzprodukt fischen, auch ich tat dies lange Zeit. Allerdings hat man dort immer wieder Probleme mit unsauberen Wicklungen, stumpfen Haken oder von Werk aus beschädigten Vorfachschnüren. Derlei Probleme hatte ich auch mit den von mir nachgekauften Päckchen von Owner nicht.
Trotz des recht hohen Preises kann ich die Owner allerdings reinen Gewissens empfehlen und werde sie in Zukunft zum Feedern nutzen. Die von mir geforderte Langlebigkeit wurde zu meiner vollsten Zufriedenheit erfüllt.

Mein erster Giebel - gelandet dank Owner.

Mein erster Giebel – gelandet dank Owner.

Schlussendlich bleibt mir also nur zu sagen: „Die Dinger machn genau des, was se solln! Was will ich mehr?“

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