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Der Barschelor

Fast schon ein Durchschnittsfisch der letzten Zeit.
Fast schon ein Durchschnittsfisch der letzten Zeit.

Dass neben dem Waller der Barsch mein Lieblingsfisch ist dürfte dem geneigten Follower auf unserer Facebookseite schon längst klar sein. Aber ähnlich dem Waller ist der Barsch nicht immer einfach zu fangen, zumindest die kapitalen Exemplare.

Wie bei so gut wie jeder anderen Fischart gibt es auch beim kleinen Bruder des Zanders eine optimale Fangjahreszeit. Diese ist genau jetzt! Das für November sehr milde Wetter hat dafür gesorgt, dass die üblichen Herbst- und Winterstandplätze bis jetzt verwaist sind.

Aber von Anfang an: Wegen meines Umzugs nach Tübingen komme ich nicht mehr jedes Wochenende an mein Hausgewässer. Deswegen muss ich mich um so mehr auf meine Erfahrungen aus der Vergangenheit, auf Aussagen von Angelkollegen zuhause und dann letztendlich auch auf Beobachtungen direkt am Wasser verlassen.

Mit dem kalendarischen Herbstanfang begann ich meine erfolgreichen Stellen von letztem Jahr abzuklopfen. Erfolgreich kann man das aber bei weitem nicht nennen!
Ein Vergleich mit den Wetterverhältnissen von letztem Jahr erkannte ich, dass es letztes Jahr viel früher kalt wurde. So hatten wir bereits Anfang November Nachtfröste und knackig kalte Tagtemperaturen. Folglich musste ich mich damit abfinden, dass der Erfolg doch härter erarbeitet sein will, als lediglich an letztes Jahr anzuknüpfen.

42cm geballte Barschkraft!
42cm geballte Barschkraft!

Die neue Taktik lautete also die mir vom restlichen Jahr bekannten Stellen aufzusuchen. Also ab aufs Bellyboot, Spinnrute in die Hand, den Erfolgsgummi der letzten Zeit (Der Lunker City Shaker in 8,5cm) rangehängt und dann: Suchen, suchen, suchen.
Relativ schnell fand ich die Burschen auch. Bei 10 Grad Wassertemperatur war ich dann allerdings doch etwas erstaunt, dass die Barsche noch in der starken Strömung auf nur rund 1,5m tiefem Wasser standen.
Mit der viel-besungenen 2-sekündigen Absinkphase und gemächlicher Führung gab es die meisten und heftigsten Bisse direkt an der Strömungskante. Sobald ich Bisse bekam begann ich die Stelle genauer auszufischen. Meistens kamen dabei 7-8 bessere Barsche pro Stelle aus dem Wasser. Warum sie zu dieser Jahreszeit aber genau da standen, wo sie standen, war mir lange nicht klar. Bis ich dann einige “Beifänge” hatte. Es waren 3-4 cm kleine Rapfen, die ich quer auf den Jighaken aufgespießt hatte.
Die Barsche folgten also einfach nur der diesjährigen Rapfenbrut und sammelten diese ein.

Eingesaugt bis zum "geht-nicht-mehr". Brutale Bisse waren an der Tagesordnung.
Eingesaugt bis zum “geht-nicht-mehr”. Brutale Bisse waren an der Tagesordnung.

Um das Maximum an Barschen rauszuholen, und nicht nur die besonders aggressiven, die brutal auf den Gummi hämmerten, sondern auch die vorsichtigen Exemplare einzusammeln wechselte ich immer aufs Drop-Shot-Rig, sobald ich keine Bisse auf Gummi mehr bekam.

Standardmäßig kam hier der (halbe) Tauwurm zum Einsatz. Und siehe da: An jeder Stelle ließen sich mitunter nochmals so viele Barsche ziehen, wie zuvor mit Gummi. Dabei gab es genau zwei Aren von Bissen: Entweder voll draufrumpeln oder so gut wie nicht spürbar.

War ein Hotspot dann komplett ausgefischt und es kam kein Biss mehr, wechselte ich an die nächste Stelle. Durch das ausgiebige Fischen an einer Stelle verbrachte ich teilweise 3-4 Stunden an ein und demselben Eck. Nach dem Stellenwechsel verfuhr ich nach dem selben Prinzip wie zuvor.
War auch dieser Spot dann ausgefischt wechselte ich wieder zum Ersten.
So gut wie immer hatten sich in der Zwischenzeit dort wieder einige Barsche eingestellt, die es abzugreifen galt.

Einige mussten für die Küche mit - wer all zu gierig ist versenkt sich den Haken mitunter im Kiemenbogen.
Einige mussten für die Küche mit – wer all zu gierig ist versenkt sich den Haken mitunter im Kiemenbogen.

So verbrachte ich teilweise von morgens bis Abends an lediglich 2 verschiedenen Stellen. Mit bis zu 40 Barschen am Tag und Durchschnittsgrößen von 30-35cm kann ich absolut nicht meckern. Selten war ein Barsch unter 25cm dabei, einige ü40er und ein 45er waren beißwillig. Traumhafte Quoten für ein offenes Gewässer wie den Main.

Sebastian mit seinem neuen PB-Barsch: 43cm
Sebastian mit seinem neuen PB-Barsch: 43cm

Aber um zu mahnen: Lediglich an ganz bestimmten Stellen war das möglich. Teilweise 10m entfernt von der jeweiligen Stelle gab es keine Bisse mehr. An der eigentlichen Stelle dafür standen die Barsche gestapelt. Wie so oft lautet da also das Patentrezept: Suchen und immer wieder suchen! Die Räuber dort suchen, wo auch ihre Beute zu finden ist bringt den Erfolg.

Aber die richtig fangträchtige Zeit steht uns meiner Einschätzung nach erst bevor.
Sobald das Wetter abkühlt finden sich die Barsche sicher an ihren festen Herbst- und Winterplätzen ein. Tiefe Punkte mit ausgeprägter Bodenstruktur, sei es ein welliger Grund, Barschberge, versunkene Bäume oder ähnliches. Deswegen lohnt es sich jetzt diese Punkte immer wieder anzulaufen, auch wenn am Tag vorher dort nichts ging. Schon nach wenigen Würfen lässt sich feststellen, ob die Stachelritter dort schon stehen oder nicht. Aber wenn sie dort stehen …

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